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Nitrat aus Stadt und Land.

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vor 6 Monaten

Nitrat stammt aus Stadt UND Land. Aber nur die Bauern sollen schuld sein. Weil die Kommunen zu klamm sind, ihre Kanalisation zu erneuern.

Jetzt wird’s unterirdisch!

BUND, BMU, die Regierung und überhaupt alle bemängeln, dass zuviel Nitrat im Grundwasser ist. Die Rede ist von erheblichen Überschüssen. Die sind aber landseitig durch strenge Kontrollen und Sanktionen kaum möglich. Aber warte mal.

Was ist, wenn es diese Überschüsse tatsächlich gibt?

Nur dass das Nitrat nicht aus dem Land stammen, sondern aus der Stadt?
Und dass es nicht um Gülle geht, die von Tieren stammt?

Sondern um Nitrat aus menschlicher Gülle?

Schließlich lebt inzwischen die Hälfte von uns in der Stadt oder drumherum und muss x-mal am Tag aufs Klo.

Nitrat stammt aus Stadt UND Land. Aber nur die Bauern sollen schuld sein. Weil die Kommunen zu klamm sind, ihre Kanalisation zu erneuern.
„Das ist für mich Tagesgeschäft!“

(Das, was jetzt kommt und sehr vieles mehr habe ich von Christian Lohmeyer gelernt, dem für mich besten deutschen Landwirtschaftsblogger.)

Also. Mit dem Spülen landet unser Pupu allermeistens in einer sog. „Mischwasser-Kanalisiation“. Das sind Rohre, in denen sowohl unsere Abwässer als auch das Regenwasser gemeinsam zum Klärwerk fließen.

Aber bei plötzlichem Starkregen können die Rohre das viele Wasser nicht mehr fassen.

Und versickern kann es auch nicht mehr, seit sich größere Teile der Welt in einen Discounterparkplatz verwandelt haben.

Also rauscht der Regen durch den Gully in die Mischwasser-Kanalisation und trifft dort auf unser ihr-wisst-schon-was. Aber bei den Kläranlagen darf die miefige Flut auf gar keinen Fall ankommen, sonst gehen die kaputt.

Deswegen öffnen viele Städte bei Starkregen sogenannte „Überfluss-Ventile“ und leiten die ungereinigten Abwässer vor Erreichen der Kläranlage einfach in den nächsten Fluss.

Und das inzwischen bis zu 40-mal im Jahr, weil die Starkregen-Ereignisse klimabedingt zunehmen.

Das sieht dann so aus:

Magdeburg-Elbe-In diesem Moment!!!!!!! 18.8.2019 um 18UhrHaushaltsabwässer aus Mischwasserkanälen werden ungeklärt in die Elbe geleitet bzw. VERKLAPPT!Das ist ein Skandal!!!!Das ist die größte Umweltverschmutzung die mir in Deutschland derzeit bekannt ist: aber alles angeblich völlig legal und passiert so in vielen deutschen Städten!Und niemanden interessiert das!!!!WO IST #PANORAMA, #REPORTMAINZ, #MONITOR, #QUARKS???WO DER #NABU ODER #BUND???WO DIE #GRÜNEN??? … im Stadtrat von Magdeburg vertreten und stellen in S-A die Umweltministerin Frau Dalbert, die zugibt, dass es aus Kostengründen eingeleitet wird!Zitat der Grünen Ministerin: „Technisch ließe sich das natürlich grundsätzlich ändern, aber dann würden die Abwassergebühren steigen!“ Zitatende!🤦‍♂️Wo sind wir hier eigentlich??? Man schämt sich in Grund und Boden, dass wir in diesem Land ernsthaft über Verbote von Plastiktüten und Strohhalmen diskutieren!TEILEN!!!!!!! und unterschreiben:https://www.openpetition.de/petition/online/kanalisationen-modernisieren-anstatt-abwaesser-ungeklaert-in-die-fluesse-einzuleiten?fbclid=IwAR0lGgkJpwHKWx6zU-AwfAYWmyIGyCVQnMIHgoyVbsTuua6lLfnamgRitUQ

Gepostet von Christian Lohmeyer am Sonntag, 18. August 2019

„Was lernen wir?

Nitrat kommt aus der Stadt UND dem Land.
Aber nur die Landwirtschaft wird dafür haftbar gemacht.

Dabei sickert das Nitrat in der Gülle langsam durchs Erdreich, und was sich nicht an Pflanzenwurzeln heftet, kommt dann im Grundwasser an, das dann geprüft und zu Trinkwasser aufbereitet wird.

Während das städtische Nitrat ins Oberflächenwasser geht.

Also genau das, worum es bei der neuesten Düngeverordnung geht: Die Bauern dürfen größere Teile ihres Boden gar nicht mehr düngen, wenn sie zu nah an Bächen oder Seen liegen.

Und die würden dann veralgen.

Aber die deutschen Häuslebesitzer müssen NIE ihre Abwasserleitungen überprüfen. Weil das alle zehn Jahre so um 300 Euro kosten würde. Und dann könnten sie sich kein Essen mehr kaufen und müssten verhungern.

Und die deutschen Kommunen KÖNNEN ihre Kanalisationen nicht erneuern:

Die kommunale Nitrat-Zwickmühle.

Denn vielen von ihnen, das wissen wir ja spätestens nach unseres Finanzministers verstolpertem Kommunen-Entschuldungsplan, steht finanziell das Wasser bis zum Hals.

Und selbst wenn, würden sie sich das dreimal überlegen. Denn Kanalarbeiten sind extrem teuer und dauern ewig.

Aber wenn dann die Straße wieder zu ist, ist das Geld futsch.

Und es gibt immer noch keine neuen Schulen, Fahrradwege oder Sozialwohnungen – also sichtbare Leistungen, für die man Wählerstimmen bekommt.

Zwar wäre ein großes Problem gelöst. Das ist aber leider unsichtbar.

Besonders in klammen Gemeinden müssen sich Politiker also zwischen Kanalsanierung und Wiederwahl entscheiden. Also lassen sie alles so, wie es ist.

Dieser Film beweist, dass das stimmt.

Und jetzt wird’s amtlich:

Nitrat stammt aus Stadt UND Land. Aber nur die Bauern sollen schuld sein. Weil die Kommunen zu klamm sind, ihre Kanalisation zu erneuern.

„Die Landwirtschaft ist bei der Belastung der Gewässer durch Nitrat lange nicht so dominant wie die Bevölkerung durch ihr Abwasser“,

sagt Dr. Serr, der Wasser-Experte des Regierungspräsidiums Freiburg in der Badischen Zeitung.